Aus der Serie "CDOs im Gespräch"

Neue Business Unit trägt dem Smart Metering Rechnung

Sie treiben die digitale Transformation voran: Chief Digital Officers oder Chief Information Officers. Wer gehört zu den CDOs oder CIOs der deutschen Immobilienwirtschaft? Wie ist ihr Rollenverständnis? Und auf welche Technologien setzen sie? Das verrät unsere Serie.

Heute: Markus Hertrich, IT-Leiter, BRUNATA METRONA München
Markus Hertrich leitet seit April 2013 den Bereich Informationstechnologie bei BRUNATA-METRONA München. Nach der Geschäftsprozesstransformation zu SAP ist er jetzt verantwortlich für die digitale Transformation und die Verschmelzung von Technologie- und Marktentwicklungen sowie Geschäftsstrategie.

Herr Hertrich, warum ist die Position eines CDOs in Ihrem Unternehmen notwendig? Die IT bei Brunata-Metrona München hat sich vom Dienstleister zum zentralen Wertschöpfungstreiber entwickelt. All unsere Produkte sind mittlerweile im Kern IT-Services. Aktuell nimmt die digitale Transformation so richtig Fahrt auf. Prozesse erstrecken sich vermehrt nahtlos über Unternehmensgrenzen hinweg. Um digitale Strategien umzusetzen, die sowohl dem Kunden als auch dem eigenen Unternehmen echten Nutzen bringen, braucht es CDOs, die die Richtung vorgeben.

Welche Ziele verfolgen Sie? Als IT-Leiter ist es mein Ziel, Treiber der Digitalisierung im Unternehmen zu sein und nach außen hin alle Geschäftspartner miteinander zu vernetzen. Wir wollen unsere Stärken als etabliertes Unternehmen nutzen und gleichzeitig schnell und agil unseren Kunden Lösungen bieten.

Was tun Sie, um IT-Lücken in der Belegschaft zu schließen? Digitale Kompetenz entsteht durch Fördern und technische Phantasie. Unsere Unternehmenskultur nimmt Veränderungen positiv wahr. Wir fördern kreatives Denken. Wir begrüßen eine gute Fehlerkultur als Voraussetzung für Agilität.

Spezialisten aus dem Fachbereich und der IT arbeiten gemeinsam mit unseren Geschäftspartnern an Digitalisierungsthemen. Im Austausch zwischen erfahrenen Mitarbeitern und neuen Kräften setzen wir auf Mentoring. Und wir begrüßen es, wenn die Neuen etablierte Prozesse hinterfragen.

Was sind die wichtigsten neuen Technologien, an oder mit denen Sie arbeiten? Eines unserer Ziele ist die Einführung einer End-to-End-Infrastruktur. Diese unternehmensübergreifende Landschaft zu allen Geschäftspartnern und Marktakteuren beseitigt manuelle Schnittstellen. Mit Big-Data-Analysen im firmeneigenen Rechenzentrum schaffen wir Mehrwerte für unsere Kunden. Smart Metering, Smart Home und IoT erfahren von Seiten des Gesetzgebers aktuell einen zusätzlichen Schub – Stichwort EED. Darüber hinaus beschäftigen wir uns mit Künstlicher Intelligenz (KI) und Deep Learning.

Welche Rolle werden diese in absehbarer Zeit spielen? Die Bedeutung smarter Technologie im Gebäude wird massiv zunehmen. Um Immobilienbetreiber beim Rollout und anschließend bei der Nutzung noch effektiver zu unterstützen, haben wir

dieses Jahr eigens eine Smart Meter Business Unit ins Leben gerufen. Big Data wird entscheidend dazu beitragen, bestehende Prozesse zuverlässiger zu machen. In KI sehe ich starkes disruptives Potenzial.

Wie wichtig sind für Sie strategische Partnerschaften mit PropTechs? Sie sind dann unser bevorzugter Weg, wenn es darum geht, eine spezialisierte Lösung schnell auf den Markt zu bringen. Das haben wir etwa mit Casavi praktiziert.

Wie werden Ihrer Meinung nach Ihre Berufsbilder in zehn Jahren aussehen? Durch die Corona-Krise haben viele Berufsbilder einen Sprung in die Zukunft gemacht. Mobile Working etwa wurde nun im Zeitraffer eingeführt. Einiges läuft sogar performanter und effizienter. Was Arbeitsinhalte angeht, erwarte ich, dass eine noch engere Zusammenarbeit mit Kunden unsere Weiterentwicklung prägt. Es wird noch mehr Flexibilität und Kreativität von uns allen gefordert. Es bleibt sehr spannend.

Jörg Seifert, Freiburg

Erschienen in der Zeitschrift Immobilienwirtschaft, Ausgabe 09/2020
www.haufe.de/immobilien