Legionellen lieben Lockdown

Der Corona-Lockdown hat in den letzten Monaten die regulären Besucher aus Hotels, Ferienwohnungen und Schwimmbädern ferngehalten. Ein ungebetener Gast fühlte sich dafür dort umso wohler. Das Robert Koch-Institut warnt in einem Epidemiologischen Bulletin vor einem möglicherweise erhöhten Legionellenwachstum in den Trinkwasseranlagen öffentlicher Einrichtungen.

Legionellen sind grundsätzlich im Trinkwasser enthalten. Die durch sie ausgelöste Lungenkrankheit – Legionellose – entsteht nicht durch den Kontakt mit verunreinigtem Wasser, sondern durch das Einatmen von bakterienhaltigen Luft-Wasser-Gemischen, z.B. beim Duschen, durch Klimaanlagen oder in Whirlpools. Wasserrückstände in selten genutzten Leitungen bieten ein ideales Terrain für die gefährlichen Bakterien.

Werden Wasserentnahmestellen, speziell Duschen, nach längerer Zeit wieder in Betrieb genommen, empfiehlt es sich, die Wasserhähne bzw. Duschköpfe mehrere Minuten mit heißem Wasser durchzuspülen. Dabei sollten die Fenster geöffnet und der Raum verlassen werden, um das Einatmen kontaminierter Aerosole zu vermeiden. Als weitere Vorsichtsmaßnahmen empfehlen sich regelmäßige Entkalkung, häufige Reinigung oder der Austausch von Dichtungen und Perlatoren sowie der Einbau von Armaturen mit verminderter Aerosolbildung.

Der Gesetzgeber sieht für viele Immobilien regelmäßige Untersuchungen auf Legionellen vor. Wichtige Informationen zu den Pflichten von Immobilienbetreibern in Bezug auf die Qualitätssicherung des Trinkwassers finden Sie unter https://www.brunata-metrona.de/trinkwasseranalyse.html.

Im Bild: Für eine fachgerechte Trinkwasserbeprobung ist ein spezielles Probenahmeventil erforderlich. (Foto: BRUNATA-METRONA-Gruppe)