Statistische Energiekennzahlen für Deutschland

Heizenergie-Verbrauchsentwicklung im Wohnungsbestand seit 2004

Repräsentative Trends der Energiekennzahlen für den Deutschen Wohngebäudebestand von 2004 bis 2016 werden präsentiert. Die Datengesamtheit basiert auf 1,6 Mio. Gebäudeenergieabrechnungen erfasst dabei ca. 1,2 Mrd. m2 Wohnfläche, 180 TWh Energie, 200 Mio. m3 Trinkwasser und differenziert nach Heizanlagentyp und Gebäudegröße. 

Beobachtet wird im Mittel eine Reduktion des reinen Energieverbrauchs für Raumheizung in Mehrfamilienhäusern von im Mittel um 11-12%. Gegenläufig hingegen zeigt sich der Trend beim Energieeinsatz für Trinkwassererwärmung, TWE, nämlich ansteigend um 5-6% sowie eine effektive Steigerung des TWE-Anteils am Energieeinsatz um 2% von etwa 22 auf 24%. Die Heizenergiereduktion ist überraschend im Abnehmen begriffen, denn zwei Drittel entfallen bereits auf den Zeitraum bis 2010 und nur ein Drittel auf die Periode danach. Der hochgerechnete relative Reduktionstrend für Einfamilienhäuser fällt insgesamt um knapp ein Drittel geringer aus, d.h. der reine Heizenergieverbrauch 2013-2016 liegt nur etwa 8-8,5% unter dem der Jahre 2005-2008. 

Die beobachteten Reduktionen des Heizenergieverbrauchs durch energetische Sanierung oder Neubau fallen demnach deutlich geringer aus als gemäß EnEV veranschlagt und belegen die bestehende Diskrepanz zu den EU Klimazielen 20-20-20.

Im Hinblick auf klimawirksame CO2-Minderung hat sich die Bedeutung der kostenintensiven, rein bauphysikalischen Maßnahmen im Wohngebäudebestand daher stark relativiert.

Möglicherweise stößt eine isoliert via EnEV erreichbare Minderung des Endenergieverbrauchs an Grenzen, dergestalt, dass Investitionen entschlossener auf Verringerung des Primärenergiebedarfs, d.h. auf forcierten Austausch der Energieträger, effiziente Sektorenkopplung unter Verkehrsvermeidung sowie auf den Ausbau digitaler Assistenzsysteme zur Energieeffizienzsteigerung und Personenversorgung in den Wohnumgebungen zugeschnitten werden sollten.