Gesetzeslage

Grundlage für die Erstellung von Energieausweisen ist das Gebäudeenergiegesetz (GEG) in seinem zum Zeitpunkt der Ausstellung gültigen Fassung.
Neu im GEG im Vergleich zur Energieeinsparverordnung ist, dass Immobilienbetreiber zukünftig die Pflicht haben, für die Erstellung eines Energieausweises Bildaufnahmen einzureichen. Damit werden aufwändige Begehungen vermieden, die insbesondere den Verbrauchsausweis stark verteuern würden. Die Aufnahmen müssen den Aussteller des Ausweises in die Lage versetzen, die energetischen Eigenschaften des Gebäudes zu beurteilen. Dazu zählen beispielsweise die Fassade, Fenster, Dach bzw. oberste Geschossdecke, die Kellerdecke bei unbeheizten Kellern, die Heizungsanlage inkl. Heizrohre im unbeheizten Keller, identifizierte energetische Schwachstellen des Objektes oder angebaute, umgebaute oder modernisierte Gebäudeabschnitte.
Je nach Energieträgerart bei der Wärmeerzeugung gibt es weiterführende Fragen zur Ermittlung der CO2-Emissionen. Letztere werden in den neuen Energieausweisen verpflichtend aufgelistet, was den Informationsgehalt erhöht. Gemeinsam mit den Empfehlungen zur Verbesserung der Energieeffizienz des Gebäudes sollen die Informationen den Betreiber in die Lage versetzen, effizient zum Klimaschutz beizutragen.
Weiterhin muss der Betreiber Auskunft über die Verwendung von prüfpflichtigen Klima- und Lüftungsanlagen und deren Fälligkeitsdatum der nächsten Inspektion angeben. Dazu zählen alle Anlagen, deren Nennleistung für den Kältebedarf über 12 kW liegt.

Registriernummern für jeden Ausweis
Jeder Energieausweis erhält eine individuelle Registriernummer des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt). Der Gesetzgeber hat die Registriernummern mit dem Ziel eingeführt, die Energieausweise eindeutig zuzuordnen und deren Qualität zu kontrollieren. Anhand der Registriernummern können Stichprobenkontrollen durch das DIBt sowie die Landesbehörden bis zu zwei Jahren nach Ausstellung des Energieausweises durchgeführt werden.

Vorlage des Energieausweises bei Besichtigung
Der Energieausweis muss bei der Besichtigung den Interessenten vorgelegt oder deutlich sichtbar ausgelegt/ausgehängt werden.

Übergabe des Energieausweises bei Vertragsabschluss
Der Energieausweis muss dem Käufer oder neuen Mieter ausgehändigt werden (Kopie oder Original).

Pflichtangaben in kommerziellen Immobilienanzeigen
Seit dem 01.05.2014 sind Vermieter und Verkäufer verpflichtet, bei Immobilienanzeigen in kommerziellen Medien bestimmte Informationen aus dem Energieausweis (z.B. den Energiekennwert) anzugeben. In einer Immobilienanzeige müssen folgende Angaben gemacht werden:

  1. Die Art des Energieausweises: Energiebedarfsausweis oder Energieverbrauchsausweis
  2. Der Wert des Endenergiebedarfs oder Endenergieverbrauchs für das Gebäude (bei Wohngebäuden für Wärme, bei Nichtwohngebäuden für Wärme als und für Strom jeweils getrennt)
  3. Die wesentlichen Energieträger für die Heizung des Gebäudes
  4. Bei Wohngebäuden: das Baujahr des Gebäudes
  5. Bei Wohngebäuden: die Energieeffizienzklasse

Fehlende Angaben zur energetischen Qualität von Immobilien werden in kommerziellen Anzeigen als Ordnungswidrigkeit geahndet und mit einem Bußgeld von bis zu 10.000 Euro belegt.

Farbskala & Effizienzklasse

Der Energieausweis enthält eine Farbskala, diese weist ein Maximum von 250 kWh/m² aus. Gebäude werden damit analog zu Haushaltsgeräten in Effizienzklassen von A+ (energetisch gut) bis H (energetisch schlecht) eingestuft.

Zusätzlich weist der Ausweis den Primärenergieverbrauch aus:

Energie- effizienzklasse Endenergie [Kilowattstunden pro Quadratmeter Gebäudenutzfläche und Jahr]
A+ ≤ 30 kWh/(m² a)
A ≤ 50 kWh/(m² a)
B ≤ 75 kWh/(m² a)
C ≤ 100 kWh/(m² a)
D ≤ 130 kWh/(m² a)
E ≤ 160 kWh/(m² a)
F ≤ 200 kWh/(m² a)
G ≤ 250 kWh/(m² a)
H > 250 kWh/(m² a)

Energieausweise, die vor dem Inkrafttreten des GEG ausgestellt wurden, behalten weiterhin ihre Gültigkeit, sofern diese nicht älter als 10 Jahre sind. Für detaillierte Informationen finden Sie hier den kompletten Text des aktuellen Gebäudeenergiegesetzes.